Deutschlands Top 10 beim Ausbau der Ladeinfrastruktur in den Städten

Freie Fahrt für Elektroautos: Bei der Gesamtzahl der Stromtankstellen liegt Hamburg unter den deutschen Städten auf Platz Eins. Im Bundesländer-Vergleich ist Bayern führend.

Wer mit einem Elektrofahrzeug längere Strecken fährt oder außerhalb der eigenen Stadt unterwegs ist, kennt das Problem: Wo ist die nächste Steckdose? In Hamburg fällt die Suche leicht: Die Hansestadt verfügt inzwischen über 774 Ladesäulen. Damit ist Hamburg Spitzenreiter unter den deutschen Städten beim Ausbau der Ladeinfrastruktur. Danach folgen Berlin mit 628 und Stuttgart mit 402 Stromzapfsäulen. Das ergab eine aktualisierte Erhebung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW).

Insgesamt stehen den knapp 100.000 voll- oder teilelektrisch betriebenen Autos in Deutschland fast 11.000 öffentlich zugängliche Steckdosen für E-Mobile gegenüber. Rechnerisch kommen damit neun Fahrzeuge auf eine Zapfsäule. Der Ausbau der Infrastruktur geht also dem Aufbau der Flotte voraus. Großstädte und Ballungsräume werden zuerst mit der Infrastruktur versorgt, weil hier auch die meisten E-Autos fahren.

Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz hat erst vor kurzem die 600. öffentlich zugängliche Stromtankstelle in der Hansestadt eröffnet. (Da der BDEW auch öffentlich zugängliche Ladestationen auf privatem Grund wie zum Beispiel in Parkhäusern oder auf Supermarkt-Parkplätzen erfasst, kommt er auf eine höhere Gesamtzahl.)

Und der Ausbau geht weiter: Bis 2019 will Hamburg mindestens 1.000 Steckdosen für E-Mobile zur Verfügung stellen. Der Bedarf für zusätzliche Zapfsäulen ist durchaus vorhanden: So sind in Hamburg inzwischen knapp 2.400 Elektroautos unterwegs, Tendenz steigend. Die Auslastung der Stromtankstellen ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen und hat sich von knapp 3.000 monatlichen Ladevorgängen in den Vorjahren auf 5.900 im September 2017 nahezu verdoppelt.

Auch gemessen an der Einwohnerzahl hat Hamburg das dichteste Netz an Lademöglichkeiten. Mit 433 Steckdosen je einer Million Einwohner ist die Stadt am besten mit Stromtankstellen versorgt, vor Bayern (195), Berlin (178) und Baden-Württemberg (164).

Bayern auf Platz Eins im Bundesländer-Vergleich

In absoluten Zahlen liegt Bayern auf Platz Eins im Bundesländer-Vergleich: mit 2.503 Ladepunkten hat der Freistaat die Nase vorn vor Nordrhein-Westfalen (1.970) und Baden-Württemberg (1.786). Knapp ein Viertel der insgesamt in Deutschland vorhandenen Stromtankstellen befindet sich damit in Bayern.

Netz von Schnellladestationen soll E-Autos attraktiver machen

Das Laden der Stromer gehört zu den wichtigsten Herausforderungen der Elektromobilität. Es geht nicht nur darum, technische Hindernisse zu beseitigen, sondern auch darum, das elektrische Laden komfortabler und alltagstauglicher zu machen. Denn das ist eine wichtige Voraussetzung für den Marktdurchbruch. Große Zusammenschlüsse von Energieversorgern und Akteuren der Automobilindustrie arbeiten daran, ein europaweites Schnellladenetz zu etablieren.

Auch die Verteilnetze sind auf den Aufschwung der Elektromobilität optimal vorzubereiten. Start-ups und etablierte Unternehmen setzen deshalb schon heute ihre Innovationskraft ein, um die Potenziale der Digitalisierung konsequent zu nutzen und smarte Technik wie Steuerungssoftware in den Netzen einzusetzen. Damit kann der Ausbaubedarf reduziert werden.

Freies Parken für E-Autos

Elektroautofahrer in Hamburg jedenfalls freuen sich über einen weiteren Vorteil: Sie dürfen an allen Parkscheinautomaten und Ladestationen kostenfrei parken. Möglich macht dies das Elektromobilitätsgesetz, das ermäßigtes oder gar gebührenfreies Parken für elektrisch betriebene Fahrzeuge erlaubt. Wer hingegen sein Auto mit Verbrennungsmotor auf diesen Sonderparkflächen abstellt, muss damit rechnen, dass es abgeschleppt wird.

(Quelle: Energiewende direkt – Ausgabe 16/2017)

Städteumfrage zu Elektromobilität startet

Was können Kommunen tun, um die Einführung der Elektromobilität zu fördern und welche Unterstützung benötigen Städte und Gemeinden, um Elektromobilität im kommunalen Alltag zu etablieren?

Um das herauszufinden, haben das Fraunhofer ISI und die Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie GmbH (NOW) im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) eine bundesweite Befragung von Kommunen gestartet.

Die Zulassungszahlen von elektrisch angetriebenen Fahrzeugen steigen derzeit deutlich an. Alle Prognosen gehen davon aus, dass sich dieser Trend verstetigen und weiter verstärken wird. Für die meisten Städte und Gemeinden in Deutschland sind damit ganz neue Herausforderungen und Chancen verbunden. Die Ergebnisse der Umfrage sollen dabei helfen, die Aktivitäten vor Ort zu erfassen, Schwierigkeiten bei der Einführung zu bestimmen und Maßnahme zur Unterstützung zu entwickeln. Die kommunalen Spitzenverbände Deutscher Städtetag (DST) und Deutscher Städte- und Gemeindebund (DStGB) unterstützen die Umfrage.

Internationales Symposiums EVS30 (Electrical Vehicle Systems) war vom 9.-11. Oktober in Stuttgart

Bild1: Eingang Messe Stuttgart

Die Stuttgarter Messe war vom 9.-11. Oktober Gastgeber des internationalen Symposiums EVS30 (Electrical Vehicle Systems). Gestartet im Jahr 1969 als rein akademisches Forum ist die EVS heute eine der größten Veranstaltungen rund um elektrische Antriebstechnologien, siehe Bild 1.

Über 8000 Besucher aus 50 Nationen, über 500 Vorträge und 350 Messestände in der begleitenden Fachausstellung (Bild 2) verdeutlichen die Dimension dieser Messe.  Die baden-württembergischen Fahrzeughersteller  Audi, Mercedes-Benz, und Porsche waren selbstverständlich vertreten, aufgefallen ist aber die Vielzahl der Vorträge und Messeaussteller rund um das Thema laden.  Ob Gleichstromladen über mobile Geräte  (Bild 3), kontaktlos (Bild 4), mit dem Chademostandard (Bild 5) oder im neuen Schnellladenetz (Bild 6) – die zweite Förderlinie der Bundesregierung strahlte auch auf der EVS30 aus.

Bild 2: Blick in die Messehalle

Spannend bleibt die Elektromobiltät mit bekannten und neuen Fahrzeugherstellern: Der Shooting Star StreetScooter der Nutzfahrzeugbranche war mit Fahrzeugen vertreten (Bild 7) wie auch Postförderfahrzeuge für die letzte Meile des Partnerlandes Niederlande (Bild 8). Nach Toyota werden auch Mercedes-Benz (Bild 9) und Audi mit dem A7 H-tron (Bild 10) ab 2018 auf unseren Straßen sichtbar werden – Elektromobilität und Wasserstofftechnologie werden als Plug-In Fuel Cell Technik in den neuen Fahrzeugen eins. Auch die Vereinsmitglieder ZEAG und Hochschule Heilbronn waren mit einem Posterbeitrag zum gemeinsamen Segwayprojekt vertreten.

Deutlich gab Prof. Zhou von der Tsinghua Universität Peking in seinem Vortrag die Richtung vor: Bis zum Jahr 2049 wird China zu einer führenden Produktionsmacht für Fahrzeuge entwickelt. Das Ziel ist realistisch, denn „In China things can change fast by taking approach of government + market + technology“ .

Einen Videoclip zur EVS30 finden Sie hier: https://vimeo.com/237693329

(Autor: Prof. Dr. Andreas Daberkow)

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Förderung E-Lastenräder

Nachhaltig mobil sein geht so einfach!

Machen Sie Ihre Organisation jetzt fit für die Zukunft. Mit einem Elektro-Lastenrad können Sie schwere oder unhandliche Gegenstände schnell, kostengünstig und umweltfreundlich transportieren und gleichzeitig einen Beitrag für ein gesundes, sauberes und lebenswertes Baden-Württemberg leisten. Das Verkehrsministerium unterstützt Sie dabei mit bis zu 4.000 € je E-Lastenrad.
Profitieren Sie jetzt von der Förderinitiative

Alle Informationen zum Förderprogramm und zum Antrag finden Sie hier

BMVI fördert Ausbau der Ladeinfrastruktur weiter (2. Call)

Private Investoren, Städte und Gemeinden können ab dem 14. September 2017 wieder Anträge auf Förderung für den Ladeinfrastrukturaufbau für E-Fahrzeuge stellen.

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) fördert in einem zweiten Förderaufruf zur Förderrichtlinie „Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Deutschland“ die Errichtung von bis zu 12.000 Normal- und 1.000 Schnellladepunkten. Gewährt wird eine Investitionsbeihilfe von bis zu 40 Prozent der förderfähigen Kosten. Förderfähig sind dabei die Investitionen rund um die Hardware sowie die Netzanschlusskosten. Dafür werden vom BMVI rund 100 Millionen Euro bereitgestellt. Anträge können bis 30. Oktober 2017 eingereicht werden.

Sowohl in der Förderrichtlinie als auch im Förderaufruf sind Mindestanforderungen formuliert, die beim Aufbau von Ladeinfrastruktur berücksichtigt werden müssen.

Hier finden Sie alle Informationen

Nostalgie trifft Moderne – Autoschlepp mit einem Kia Soul EV

Nostalgie trifft Moderne oder was hat Holz mit Elektrizität gemeinsam ?

Da  Segelflugzeuge über keinen eigenen Antrieb verfügen, benötigen Sie aufgrund ihrer motorlosen Bauweise eine Starthilfe. Dies geschieht in den allermeisten Fällen durch den Start an einer Seilwinde oder hinter einem Motorflugzeug. Dadurch wird das Segelflugzeug auf eine gewisse Ausgangshöhe gebracht , bevor es dann selbständig weiterfliegen kann.

Letzte Kontrollen vor dem ersten Start

In den Anfangsjahren des Segelfluges gab es noch weitere Startarten, welche heute nur noch selten durchgeführt werden. Der Schwerpunkt der Ausbildung lag dabei in erster Linie auf dem effektiven und kostengünstigen Erlernen und Üben von Start und Landung. Eine dieser kaum noch praktizierten Startarten ist der Start mithilfe eines Kraftfahrzeuges in Fachkreisen als  Autoschlepp bekannt. Besonders geeignet erweist sich hierzu unser Schulgleiter SG 38 Konstruktionsjahr 1938, bis auf wenige Metallteile ganz aus Holz hergestellt. Hierbei wird das Flugzeug über ein ca. 100m langes Schleppseil mit einer speziellen Vorrichtung mit dem Schleppfahrzeug verbunden.

Beim Schlepp mit einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor entstand durch den Ruck beim Hochschalten des Getriebes besonders in der Anfangsphase manchmal ein schwer zu beherrschender Zustand.

Als zufriedener und stolzer E-Auto Besitzer kam ich (Reinhard Stiefel – Eppingen) mit seinem Partner Mario Selss (Fürstenfeldbruck) auf die Idee, den Autoschlepp mit einem Kia Soul EV zu wagen.

Bei den insgesamt 5 Schlepps kamen die Vorteile des Elektroantriebes voll zur Geltung. Die starke und  gleichmäßige Beschleunigung bis zum Abheben des Flugzeuges ergab für den Piloten ein äußerst angenehmes Gefühl. Mit einer Geschwindigkeit von 75 km/h konnten Höhen von ca. 50m problemlos erreicht werden. Kurz vor Ende der Asphaltpiste hat dann der Pilot die Schleppverbindung über die an Flugzeug vorhandene Kupplung gelöst und ist wie vorgesehen auf der Graspiste gelandet.  Bei diesen 5 Starts verringerte  sich die am E-Auto angezeigte Restreichweite um rund 30km. Abzüglich von 5 km die für das Zurückfahren an die Startstelle konnten wir einen Energieverbrauch von Netto 4 Kilowattstunden rechnerisch ermitteln. Unter den neugierigen Blicken etlicher Zuschauer konnte ein weiterer Beweis zur Effektivität und der daraus resultierenden Alltagstauglichkeit von E-Autos erbracht werden.

Ebenfalls mit Interesse verfolgten die Studenten der Akademischen Fliegergruppen Deutschlands unsere Versuche, welche gerade ihr alljährliches Sommertreffen in Aalen-Elchingen abhielten,

Schleppseil vom Piloten ausgelöst -kurz vor der Landung

Mit dem Betrieb und den Erhalt alter Segelflugzeuge kümmern sich im Traditionsland des Segelfluges einige Vereine bzw. Gruppierungen. Zu Ihnen gehören auch Mario Selss als Besitzer von 5 Segelflug-Oldtimern mit seinem Partner Reinhard Stiefel.

Zusammen mit einigen Helfern sind sie mit ihren Oldtimervorführungen auf Flugtagen in Deutschland und Österreich stets eine Bereicherung. Weitere Vorführungen mit dem Elektrofahrzeug  werden folgen auch um für mehr Akzeptanz in der Öffentlichkeit zu werben.

Interessenten können uns nach gerne in Aalen-Elchingen besuchen. Ein Mitflug in einem unserer Doppelsitzerflugzeuge Kranich III Baujahr 1953 bzw. Musger MG 19 Baujahr 1954 sowie Slingsby T21 Baujahr 1959 ist gegen geringe Unkostenbeteiligung möglich.

http://www.oldtimersegelflug-marioselss.de

Technische Daten meines KIA Soul EV :

  • Akkukapazität 27 kWh
  • Leistung 81 kW/110 PS
  • Drehmoment 285 Nm
  • Beschleunigung 0-100km/h 11 Sec.
  • Reichweite Sommer/Winter 180/150 km
  • Baujahr 2016
  • Gefahrene Km 24.000

Der Beitrag wurde von unserem Mitglied Reinhard Stiefel verfasst!

Alle Bilder stammen von Peter M.Dresen Aalen und Reinhard Stiefel Eppingen

   

Weltweit größte Stromtankstelle an der A8 geplant

Automobilzulieferer Sortimo will in Zusmarshausen an der A8 einen Innovationspark für Elektromobilität errichten. Neben Raststätte und Campus soll die größte Elektroladestation der Welt entstehen.

Innovationspark Zusmarshausen nennt Automobilzuliefer Sortimo sein aktuelles Projekt: In dem schwäbischen Ort sollen sich künftig Infrastruktur für Elektromobilität mit nachhaltig regionalem Energiemanagement und digitalem Einkaufs- und Arbeitserlebnis vereinen. Sogar Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt stattete Zusmarshausen einen Besuch ab, als das Unternehmen seine Pläne vorstellte: 2018 soll direkt an der A8 die weltweit größte Elektroladestation entstehen. In der finalen Projektstufe soll Reisenden an der Autobahnausfahrt eine E-Tankstelle mit Rast-, Erholungs-, Einkaufs-, Arbeits- und Parkmöglichkeit zur Verfügung stehen – mit insgesamt 144 Ladesäulen der Firma eLoaded. Ein Elektromobilitätscampus soll 24 Supra-Schnelllader (bis 350 kW DC) für Durchreisende zur Verfügung stellen, die weiteren 120 Schnelllader (bis 50kW DC) sollen hauptsächlich der terminierten Versorgung von Pendlern oder Parkenden dienen.

Regionalen Photovoltaik-Strom optimal nutzen

Das Unternehmen plant, dass die Kunden der Schnelllader einen Zeitpunkt angeben sollen, zu dem das Fahrzeug wieder abgeholt wird. In dem zur Verfügung stehenden Zeitraum sollen die Fahrzeuge dann so geladen werden, dass die regionale und regenerativ erzeugte Energie optimal genutzt werden kann: Umliegende Unternehmen und Haushalte können laut Sortimo ihren überschüssigen Photovoltaik-Strom im Innovationspark speichern, er soll dann entweder in der E-Tankstelle genutzt werden oder bei Bedarf zurück an die Unternehmen und Haushalte fließen. Sowohl die Schnellladestationen als auch die Supra-Lader sollen zudem in das thermische Stationsmanagement des Innovationsparks integriert werden, um deren Abwärme zur Versorgung der Gebäude einzusetzen.

Die Nutzung der Elektro-Ladeinfrastruktur will das Unternehmen per App zugänglich machen. Diese App könne entweder vom Smartphone aus oder zukünftig über Apple CarPlay oder Android Auto im Fahrzeug genutzt werden. Nach einer einmaligen Registrierung mit Hinterlegung der Fahrzeugdaten werde der Nutzer über eine Nummernschilderkennung erfasst und der passenden Ladesäule zugewiesen. Im Vorfeld könne der Nutzer angeben, welche Art der Beladung er wünscht; die Ladesäulen seien zu fahrzeugspezifischen Ladevorgängen in der Lage. Zudem soll die App den Kunden den Zutritt zu bestimmten Bereichen gewähren, beispielsweise den Waschräumen oder gebuchten Besprechungsräumen. Denn in dem Innovationspark sollen dem Unternehmen zufolge weitere digital buchbare Dienstleistungen möglich sein: Charge & Work, also Besprechungen oder Konferenzen während der Ladezeit, sowie Charge & Carry, wobei Kunden während des Ladens online vorbestellte Einkäufe abholen können. Laut Sortimo beruht das Konzept darauf, „dass die Ladezeiten für die Nutzer so wertschöpfend wie möglich verbracht werden – ganz egal, ob es sich dabei nur um wenige Minuten oder aber mehrere Stunden handelt.“

(Quelle: pv-magazine.de – PETRA HANNEN)

Saubere Mobilität – Chance für den Industriestandort Deutschland

„Die aktuelle Aufarbeitung der Abgasproblematik von Kraftfahrzeugen mit Dieselmotoren ist notwendig, fokussiert aber auf die Vergangenheit. Umso wichtiger ist der Blick nach vorne und die Sicherstellung, dass endlich innovative, abgasfreie Mobilitätskonzepte umgesetzt werden“, sagt Dr. Peter Röttgen, Geschäftsführer des Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE). Es gehe dabei nicht nur um die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Automobilsektors, sondern auch um die Verknüpfung mit der Energiewirtschaft.
Beispielsweise können eine Million Elektrofahrzeuge gemeinsam einen großen Energiespeicher bilden, der zum Ausgleich volatiler Erzeugung von Strom aus Wind und Sonne genutzt wird. Dadurch könne Erneuerbare Energie besser integriert, die Emissionssituation insbesondere in Städten deutlich verbessert und die Elektromobilität preiswerter werden. Gesteuertes Laden und künftig auch die Nutzung der Fahrzeugbatterie für Dienstleistungen im Energiesystem werden sich finanziell rechnen und durch Komfortvorgaben der Fahrzeughalter bestimmt, erläutert Röttgen.

„Automobilindustrie und Energiewirtschaft sind interessiert, stehen jedoch seit Jahren vor dem Henne–Ei–Problem, weil das Eine nicht kommt, wenn das Andere nicht da ist.“ Daher benötige die Industrie klare Rahmenbedingungen, auf die sie ihre Investitionsentscheidungen ausrichten kann. Erfreulicher Weise setze sich inzwischen das Verständnis durch, dass in der modernen Industriegesellschaft die Energieversorgung viel enger mit Haushalten und Industrie vernetzt sein muss. „Dabei darf die Mobilität nicht außen vor bleiben.“

Mit Strom aus Erneuerbaren Energien, mit Biogas und Windgas (Wasserstoff) sowie mit Biokraftstoffen werde emissionsfreie Mobilität den verschiedenen Nutzungsansprüchen gerecht. „In der Übergangszeit bestimmt der Anteil Erneuerbarer Energie, wie emissionsfrei tatsächlich gefahren wird, und dieser muss deshalb engagiert vergrößert werden.“ Der BEE schlägt daher vor, dass in absehbarer Zeit sämtliche neu zugelassenen Fahrzeuge CO2-frei oder CO2-neutral betrieben werden. Das sei ein maßgeblicher Beitrag zur Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens und des nationalen Klimaschutzplanes 2050. „Spätere Generationen werden sich wundern, dass man Anfang des 21. Jahrhunderts in den Städten im Abgas hunderttausender Fahrzeuge gelebt hat.“

(Quelle: Bundesverband Erneuerbare Energien e.V.)

Wasserstoff-Infrastruktur – Standortaufruf Nr. 2!

H2 MOBILITY startet in diesem Jahr den Standortaufruf 2! Gesucht werden verbindliche Konzepte und Akteure, die alleine oder im Verbund mindestens 15 Brennstoffzellen-Fahrzeuge (700 bar) in ihrer Region einsetzen. In den Regionen mit den meisten Wasserstoff-Fahrzeugen bis Anfang 2019 wird H2 MOBILITY eine Wasserstoff-Station bauen. Der Aufruf richtet sich an Initiativen, Unternehmen, Pioniere und Weichensteller, für die Wasserstoff-Autos eine Option sind und die ihren Fuhrpark entcarbonisieren wollen. Einsendeschluss für die Bewerbung ist der 08.09.2017.

Den ersten Standortaufruf hat Halle (Saale) für sich entscheiden können. Ein Konsortium aus Unternehmen und Forschungseinrichtungen der Saalestadt hat sich gegen fast 30 Mitbewerber mit einem durchdachten, verbindlichen Konzept durchgesetzt. Der große Erfolg hat H2 MOBILITY dazu bewogen in diesem zweiten Aufruf gleich mehrere Stationen zu vergeben. Mitmachen lohnt sich!

Zum Bewerbungsformular 

Basiswissen zum Thema Wasserstoff

Deutsche Post DHL Group und Ford stellen E-Transporter StreetScooter WORK XL vor

Noch in diesem Jahr sollen rund 150 Vorserienfahrzeuge des Transporters im StreetScooter-Werk in Aachen produziert werden und bei Deutsche Post DHL in der Paketzustellung zum Einsatz kommen. (Foto: dpdhl.com)

  • 150 Vorserienfahrzeuge kommen bis Ende 2017 in der Paketzustellung zum Einsatz
  • Deutsche Post DHL und Ford Vorreiter in der Elektromobilität in Deutschland

Köln, 16. August 2017: Die Deutsche Post DHL Group und Ford haben heute in Köln ihren gemeinsam produzierten E-Transporter vorgestellt. Basis des Fahrzeugs, das unter dem Namen „StreetScooter WORK XL“ eingeführt wird, ist ein Ford Transit Fahrgestell, das mit einem batterieelektrischen Antriebsstrang und einem Karosserieaufbau nach Vorgaben von Deutsche Post DHL ausgestattet wird. Noch in diesem Jahr sollen rund 150 Vorserienfahrzeuge des Transporters im StreetScooter-Werk in Aachen produziert werden und bei Deutsche Post DHL in der Paketzustellung zum Einsatz kommen. Bis Ende 2018 planen beide Unternehmen derzeit, 2.500 Fahrzeuge dieses Modells zu produzieren. Perspektivisch ist auch der Verkauf des WORK XL an Drittkunden vorgesehen, so wie dies auch bei den StreetScooter-Modellen Work und Work L praktiziert wird.

Pro Jahr und Fahrzeug können ca. 5 Tonnen CO2 und 1.900 Liter Diesel eingespart werden. Mit der geplanten Indienststellung von 2.500 Fahrzeugen könnten sich diese Einsparungen jedes Jahr auf 12.500 Tonnen CO2 und 4,75 Millionen Liter Dieselkraftstoff summieren.

Auch im Landkreis Heilbronn sind die SreetScooter-Fahrzeuge zu sehen – hier in Ellhofen. (Foto: M.Groß)

Dazu erklärt Jürgen Gerdes, Konzernvorstand Post – eCommerce – Parcel von Deutsche Post DHL Group: „Das neue Modell StreetScooter WORK XL erweitert unsere E-Flotte für den Nutzfahrzeugbereich. Es ist das optimale Fahrzeug für die Paketzustellung in Großstädten und Ballungsräumen und wird uns in die Lage versetzen, die wachsenden Paketmengen noch umweltfreundlicher – nämlich schadstofffrei – und leiser zu bewältigen. Zugleich untermauern wir mit unserem Engagement unseren Anspruch, Marktführer in der grünen Logistik zu sein.“

Steven Armstrong, Group Vice President and President Europe, Middle East and Africa, Ford Motor Company, kommentiert: „Wir sind wirklich stolz auf dieses ambitionierte Projekt und die starke Partnerschaft mit der Deutsche Post DHL Group und StreetScooter. Dieses Gemeinschaftsprojekt wird Europas größter Produzent von emissionsfreien, mittelgroßen E- Transportern sein, und es kommt genau zur richtigen Zeit. Busse, Autos und natürlich Lieferfahrzeuge spielen eine wesentliche Rolle in unserem Leben, aber wir müssen Wege finden, sie noch sauberer zu machen. Dieses Projekt ist ein großer Schritt auf diesem Weg.“

Der elektrisch betriebene Transporter wird ein Ladevolumen von 20 Kubikmetern haben und Platz für über 200 Pakete bieten. Der Work XL verfügt über ein modulares Batteriesystem mit 30 bis 90 kWh, das Reichweiten zwischen 80 und 200 km ermöglicht.

Der WORK XL unterscheidet sich nicht nur in puncto Größe und Reichweiten von seinen „Geschwistern“ WORK (4 Kubikmeter Ladevolumen) und WORK L (8 Kubikmeter Ladevolumen), sondern auch in baulicher Hinsicht: Der mit Regalen versehene Laderaum ist vom Fahrerhaus begehbar. Beladen werden kann das Fahrzeug über die Heckklappe und eine Schiebetür an der rechten Seite. Durch die Ladeleistung von bis zu 22 Kilowatt beträgt die Ladedauer durchschnittlich drei Stunden.

Neben dem neuen Modell WORK XL sind bei Deutsche Post DHL über 3.000 E-Fahrzeuge des Typs StreetScooter WORK und WORK L sowie rund 10.500 Pedelecs im Einsatz. Dies macht den Konzern zum Betreiber der größten E-Flotte in Deutschland.

Weitere Informationen:

Factsheet zum StreetScooter WORK XL

(Quelle: www.dpdhl.com)