Deutsche Post DHL Group und Ford stellen E-Transporter StreetScooter WORK XL vor

Noch in diesem Jahr sollen rund 150 Vorserienfahrzeuge des Transporters im StreetScooter-Werk in Aachen produziert werden und bei Deutsche Post DHL in der Paketzustellung zum Einsatz kommen. (Foto: dpdhl.com)

  • 150 Vorserienfahrzeuge kommen bis Ende 2017 in der Paketzustellung zum Einsatz
  • Deutsche Post DHL und Ford Vorreiter in der Elektromobilität in Deutschland

Köln, 16. August 2017: Die Deutsche Post DHL Group und Ford haben heute in Köln ihren gemeinsam produzierten E-Transporter vorgestellt. Basis des Fahrzeugs, das unter dem Namen „StreetScooter WORK XL“ eingeführt wird, ist ein Ford Transit Fahrgestell, das mit einem batterieelektrischen Antriebsstrang und einem Karosserieaufbau nach Vorgaben von Deutsche Post DHL ausgestattet wird. Noch in diesem Jahr sollen rund 150 Vorserienfahrzeuge des Transporters im StreetScooter-Werk in Aachen produziert werden und bei Deutsche Post DHL in der Paketzustellung zum Einsatz kommen. Bis Ende 2018 planen beide Unternehmen derzeit, 2.500 Fahrzeuge dieses Modells zu produzieren. Perspektivisch ist auch der Verkauf des WORK XL an Drittkunden vorgesehen, so wie dies auch bei den StreetScooter-Modellen Work und Work L praktiziert wird.

Pro Jahr und Fahrzeug können ca. 5 Tonnen CO2 und 1.900 Liter Diesel eingespart werden. Mit der geplanten Indienststellung von 2.500 Fahrzeugen könnten sich diese Einsparungen jedes Jahr auf 12.500 Tonnen CO2 und 4,75 Millionen Liter Dieselkraftstoff summieren.

Auch im Landkreis Heilbronn sind die SreetScooter-Fahrzeuge zu sehen – hier in Ellhofen. (Foto: M.Groß)

Dazu erklärt Jürgen Gerdes, Konzernvorstand Post – eCommerce – Parcel von Deutsche Post DHL Group: „Das neue Modell StreetScooter WORK XL erweitert unsere E-Flotte für den Nutzfahrzeugbereich. Es ist das optimale Fahrzeug für die Paketzustellung in Großstädten und Ballungsräumen und wird uns in die Lage versetzen, die wachsenden Paketmengen noch umweltfreundlicher – nämlich schadstofffrei – und leiser zu bewältigen. Zugleich untermauern wir mit unserem Engagement unseren Anspruch, Marktführer in der grünen Logistik zu sein.“

Steven Armstrong, Group Vice President and President Europe, Middle East and Africa, Ford Motor Company, kommentiert: „Wir sind wirklich stolz auf dieses ambitionierte Projekt und die starke Partnerschaft mit der Deutsche Post DHL Group und StreetScooter. Dieses Gemeinschaftsprojekt wird Europas größter Produzent von emissionsfreien, mittelgroßen E- Transportern sein, und es kommt genau zur richtigen Zeit. Busse, Autos und natürlich Lieferfahrzeuge spielen eine wesentliche Rolle in unserem Leben, aber wir müssen Wege finden, sie noch sauberer zu machen. Dieses Projekt ist ein großer Schritt auf diesem Weg.“

Der elektrisch betriebene Transporter wird ein Ladevolumen von 20 Kubikmetern haben und Platz für über 200 Pakete bieten. Der Work XL verfügt über ein modulares Batteriesystem mit 30 bis 90 kWh, das Reichweiten zwischen 80 und 200 km ermöglicht.

Der WORK XL unterscheidet sich nicht nur in puncto Größe und Reichweiten von seinen „Geschwistern“ WORK (4 Kubikmeter Ladevolumen) und WORK L (8 Kubikmeter Ladevolumen), sondern auch in baulicher Hinsicht: Der mit Regalen versehene Laderaum ist vom Fahrerhaus begehbar. Beladen werden kann das Fahrzeug über die Heckklappe und eine Schiebetür an der rechten Seite. Durch die Ladeleistung von bis zu 22 Kilowatt beträgt die Ladedauer durchschnittlich drei Stunden.

Neben dem neuen Modell WORK XL sind bei Deutsche Post DHL über 3.000 E-Fahrzeuge des Typs StreetScooter WORK und WORK L sowie rund 10.500 Pedelecs im Einsatz. Dies macht den Konzern zum Betreiber der größten E-Flotte in Deutschland.

Weitere Informationen:

Factsheet zum StreetScooter WORK XL

(Quelle: www.dpdhl.com)

Elektromobilität: Masterplan für Schnelllade-Tankstellen

Tool für bedarfsgerechten Ausbau der Schnellladeinfrastruktur / Planungsinstrument zur Bewertung von Standorten für Schnellladesäulen in der Region Stuttgart

Die täglichen Ladevorgänge von Elektrofahrzeugen ortsaufgelöst prognostiziert das Planungsinstrument für den Ausbau der Ladeinfrastruktur in der Region Stuttgart. (Grafik: KIT)

Ein bedarfsgerechtes Netz an Ladesäulen ist ein wichtiger Schlüssel für die Akzeptanz von Elektromobilität. Wissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie und des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI haben für die Region Stuttgart ein Geoinformations-Tool für die Analyse von Standorten für Schnellladestationen entwickelt. Das Planungswerkzeug berücksichtigt unter anderem die Erreichbarkeit der Stationen, prognostiziert den Ladebedarf und lässt sich an unterschiedliche Rahmenbedingungen anpassen.

Der „Masterplan Schnellladeinfrastuktur Region Stuttgart“ spielt verschiedene Fragestellungen und Szenarien für die rund 3.600 Quadratkilometer große Region Stuttgart durch: Wie hoch ist der Bedarf an öffentlich zugänglichen Schnellladestationen für welche Anzahl von Elektroautos? Wie viele Standorte werden benötigt, wenn sie von jedem Punkt der Region aus innerhalb einer bestimmten Fahrtzeit erreichbar sein sollen? Wie viele Ladevorgänge pro Tag sind bei welcher Anzahl von Elektrofahrzeugen zu erwarten, und wie viel Energie wird je Ladevorgang abgegeben? So werden zum Beispiel 58 Ladestationen benötigt, wenn sie jeweils innerhalb von zehn Autofahrminuten erreichbar sein sollen, und 218 für eine Erreichbarkeit innerhalb von fünf Minuten. Das Bewertungsinstrument haben die Forscher des Instituts für Verkehrswesen am KIT und des Fraunhofer ISI im Auftrag des Verbands Region Stuttgart erarbeitet.

Eine ausreichende, öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge ist eine wesentliche Voraussetzung für die Alltagstauglichkeit und Akzeptanz von Elektrofahrzeugen. Schnellladestationen mit einer Ladeleistung von circa 50 kW ermöglichen es, den Fahrzeugakku innerhalb von knapp 20 Minuten soweit aufzuladen, dass das Elektroauto eine Strecke von rund 100 Kilometer zurücklegen kann. An den bislang im öffentlichen Raum zumeist üblichen 22-kW-Ladesäulen dauert der Ladevorgang länger. „Außerhalb von Autobahnen finden sich bislang allerdings kaum Schnellladestationen“, sagt Dr. Martin Kagerbauer vom Institut für Verkehrswesen am KIT. Das von den Wissenschaftlern entwickelte Planungsinstrument unterstützt die Kommunen und mögliche Investoren darin, geeignete Standorte für den Ausbau der Schnellladeinfrastruktur in der Region Stuttgart zu finden. Der Masterplan Schnellladeinfrastruktur berücksichtigt unter anderem die Zahl der in der Region bereits vorhandenen Ladesäulen, stark besuchte Punkte wie Museen, Einkaufszentren oder Restaurants sowie die Anbindung an das Stromnetz und die zu erwartende Wirtschaftlichkeit. Dr. Patrick Plötz vom Fraunhofer ISI betont: „Bei gut ausgelasteten Standorten ist in wenigen Jahren ein wirtschaftlicher Betrieb möglich. Die dafür notwendige Anbindung der Ladesäulen an das Mittelspannungsnetz ist jedoch sehr komplex und von vielen lokalen Faktoren abhängig, hier müssen konkrete Lösungen gefunden werden.“

Für die Erstellung des Masterplans haben Forscher des KIT Daten des von ihnen entwickelten mikroskopischen multi-agentengestützten Verkehrsnachfragemodells mobiTopp zugrunde gelegt. Das Modell bildet in einem Simulationszeitraum von einer Woche die Mobilität aller Einwohner der Region Stuttgart mit allen zurückgelegten Wegen, Zielen und Verkehrsmitteln ab, zum Beispiel die regelmäßige Nutzung bestimmter Verkehrsmittel oder das routinemäßige Aufsuchen bestimmter Ziele. Die Verkehrsnachfragesimulation, die im Auftrag des Verbands Region Stuttgart erstellt worden ist, beinhaltet rund 50 Millionen zurückgelegte Wege je Woche mit allen Verkehrsmitteln und spiegelt das vollständige Mobilitätsprofil der Region Stuttgart wider. Neben den Verkehrsmitteln Rad, Pkw und öffentlicher Verkehr wurde im Schaufenster Projekt „LivingLab BWe mobil“ Elektromobilität in die Modellierung integriert. Zudem flossen auch weitere Pilot- und Forschungsprojekte des Bundes und des Landes Baden-Württemberg in die Berechnungen ein. „Der Masterplan ist durch die zugrundeliegenden Daten speziell auf die Region Stuttgart zugeschnitten, die Methodik ist jedoch auf andere Regionen übertragbar“, betont Kagerbauer. Der Verkehrsplaner erwartet für die kommenden fünf bis zehn Jahre einen signifikanten Zuwachs an Elektrofahrzeugen. „Ich nehme wahr, dass die Einstellung der Menschen sich zugunsten der E-Mobilität ändert“, sagt Kagerbauer. Umweltaspekte spielten dabei ebenso eine Rolle wie die Tatsache, dass die technischen Entwicklungen voranschreiten. Der Ausbau eines flächendeckenden Netzes von Ladesäulen im Land gehört auch zu den Zielen der aktuellen „Landesinitiative Elektromobilität III“, die Baden-Württemberg in Deutschland zur Leitregion für Elektromobilität machen soll.

Weitere Informationen:

https://www.ifv.kit.edu/forschungsprojekte_797.php 

(Quelle: KIT.edu)

Das Auto als kollektive Idee – EDAG zeigt auf der IAA die Zukunft des Engineerings

Wiesbaden/Fulda
Wenn auf der diesjährigen IAA Aussteller aus aller Welt ihre neuesten Modelle und Entwicklungen präsentieren, wird beim Engineering-Spezialisten EDAG der Stand vorerst leer bleiben. Kein Concept Car, keine neuen technischen Spielereien, nichts. Nur eine Bühne, die als Entwicklungslabor für Deutschlands vermutlich erstes Live-Engineering-Projekt dient. Die frischen Köpfe des weltweit größten unabhängigen Automobilentwicklers werden während der IAA-Messetage ein Fahrzeugkonzept live mit der Scrum-Methodik entwickeln und am Tag 12 als Weltpremiere präsentieren. Engineering 2.0 – agiler, schneller und effizienter. Dabei können die Besucher die EDAG-Entwicklungsspezialisten nicht nur live beobachten, sondern direkt vor Ort oder über Social-Media Kanäle interaktiv bei der Konzeptphase selbst mitwirken. Am letzten Messetag wird als Ergebnis dieses Experiments ein Konzept für schwarmintelligente Roboterfahrzeuge präsentiert werden, die autonom, elektrisch und vernetzt die Mobilität um eine neue Perspektive bereichern. Denn die Zukunft der automobilen Entwicklung liegt im kollektiv-vernetzten Arbeiten – und das gilt bei EDAG nicht nur für die Entstehung, sondern auch für das Produkt.

Autonomes Fahren weiter gedacht

Wenn Autos gemeinsam besser denken und lenken: Das EDAG Projekt #collectivio

Die Idee einer Liveentwicklung unter Partizipation der Zuschauer vor Ort und im Internet ist eigentlich schon revolutionär genug. Doch EDAG will mit dem folgerichtig #collectivio genannten Projekt auch zeigen, dass das autonome Fahren weiter gedacht werden kann. Denn warum sollten Fahrzeuge nur autonom fahren, wenn sie doch im Kollektiv mehr leisten können? Dass ein selbsttätiges Fahrzeug letztlich zum persönlichen Assistenten geeignet ist und sich neben dem Transport des Fahrgastes auch um die Organisation des Tagesablaufs und ähnliche Dinge kümmern kann, liegt im Zuge der Vernetzung nahe. Wenn aber Mobilität bald wichtiger als Besitz ist, könnte eine ganze Flotte an Fahrzeugen weitaus mehr für den mobilen Menschen leisten, als ein einzelnes Auto. Ob punktgenauer, immer verfügbarer Transport durch intelligentes Car-Sharing, erweiterter Nutzen durch Aufgabenteilung beim Waren- und Personenverkehr oder garantierte Intermodalität, egal an welchem Ort: Die Vernetzung von Fahrzeugen zum Schwarm könnte all das ermöglichen, was wir uns von Mobilität der Zukunft wünschen und erwarten. Nämlich die Entlastung des Verkehrs, die effizientere Nutzung von Ressourcen und den Gewinn von Raum, Zeit und Komfort für alle. Denn ein Verkehrsszenario, dass als Kollektiv für den Menschen rund um die Uhr im Dienst ist, schafft Raum – nicht nur in den heute noch vollgeparkten Städten.

Entwicklung von und für Menschen

Auch wenn die grobe Zielrichtung für das EDAG Projekt #collectivio bereits vorgegeben ist, darf man auf die konkrete Umsetzung gespannt sein. Wie eine Flotte schwarmintelligenter Fahrzeuge genau aussehen wird, werden die EDAG-Spezialisten aus sechs unterschiedlichen Fachbereichen an den 12 Messetagen gemeinsam erarbeiten. Was dabei wirklich wichtig ist, entscheiden allerdings nicht die Ingenieure, sondern die Menschen, die bestenfalls in Zukunft mit     #collectivio unterwegs sind. Über die EDAG-Social Media-Kanäle dürfen Interessierte während der 12-tätigen Konzeptphase ihre Anforderungen, Ideen und Wünsche an die Entwickler senden, und sich somit aktiv in die Entwicklung einbringen. Der Hashtag „#collectivio“ dient dabei als Ideenpool für die Ingenieure – alle Einreichungen, Kommentare und Beiträge werden live auf eine Social Media-Wall übertragen und von den Spezialisten bewertet und bestenfalls mit eingearbeitet. Damit löst sich EDAG von einem konventionell starren Lastenheft und einem Entwicklungsprozess, der auf einer Einbahnstraße ein Fahrzeugkonzept zum fertigen Produkt führt. Am Ende des Live-Engineering-Projekts auf der IAA wird neben dem ausgearbeiteten Fahrzeug- und Mobilitätskonzepts ein generativ gefertigtes Maßstabs-Designmodell zu sehen sein, dass die Idee sichtbar zum Leben erweckt.

Engineering 2.0: Scrum-schnell

Die digitale Welt dreht sich auch im Fahrzeug immer schneller. Auch das Produkt „Automobil“ muss sich mit mehr Geschwindigkeit an neue Mobilitäts- und Kundenwünsche anpassen. Andere Branchen setzen hier die Benchmarks, die der Kunde auch von der Automobilindustrie erwartet. Wenn wir heute ein künftiges Fahrzeugmodell definieren und in drei Jahren auf den Markt bringen, hat sich die Welt bereits mehrfach weitergedreht.

Für wirklich neue Mobilitätskonzepte bedarf es auch neuer Werkzeuge, neuer Denkweisen und Herangehensweisen im Engineering.

Dass die Spezialisten von EDAG flexibel und spontan auf den Zuschauerinput reagieren können und überhaupt in der Lage sind, so schnell Ergebnisse zu liefern, liegt vor allem an der Arbeitsmethode SCRUM, die eigentlich aus der Softwarewelt stammt. Dank SCRUM können Unternehmen heute in immer schnelleren Zyklen Produkte entwickeln.

Allerdings wurde diese Methode im klassischen Automobilentwicklungsprozess bisher weniger beachtet, unter anderem auch, weil die Denk- und Prozessmuster dieser Branche aktuell noch eher starr sind.

„Auch das Engineering muss die Sprache des Aufbruchs sprechen. Wir wollen den Entwicklungsprozess mehrdimensionaler, flexibler und schneller gestalten, um das gebotene Tempo zu gewährleisten. In Frankfurt geben wir einen Einblick, wie wir ein „Engineering 2.0“ mit mehr Reaktionsgeschwindigkeit gestalten können.“, erläutert

Jörg Ohlsen, CEO der EDAG Engineering GmbH.

SCRUM beschreibt einen agilen Prozess, bei dem das Team in kurzen Abständen (meist täglich) zusammen kommt, den Arbeitsfortschritt bespricht und sich austauscht. Auch die Kommunikation mit dem Kunden erfolgt schneller; neue Anforderungen und Kundenwünsche werden in kürzeren Abständen aufgenommen, in kleine Arbeitspakete – sogenannte Sprints – zusammengefasst, priorisiert und eingearbeitet. Gerade in der Konzeptphase für ein radikal neues Fahrzeug- und Mobilitätskonzept wie #collectivio, das vor allem auf den unmittelbaren Input der späteren Nutzer angewiesen ist, ist SCRUM genau der richtige Ansatz, um zu zeigen, wie auch der Engineering-Prozess in Zukunft besser werden kann. Und genau das wird auf dem EDAG-Messestand in Frankfurt live präsentiert werden.

Das EDAG SCRUM Team

Auf dem SCRUM Spielfeld werden EDAG Spezialisten der Disziplinen Design, Architektur/Package, HMI-, VR-, App-Entwicklung und Business Cases als gemeinsames Engineering-Team auflaufen. Das Design-Team wird die Form und Oberfläche entwerfen und zeigen, wieviel vom klassischen Auto für ein Schwarmfahrzeug sichtbar bleiben muss oder ob verschiedene Fahrzeugklassen und Ausbaustufen benötigt werden. Das Team „Architektur/Package“ stellt die Entwicklung einer skalierbaren E-Plattform in den Vordergrund ihrer Projektarbeit und beantwortet die Frage, was Antrieb und Auto eigentlich für den Fahrer leisten müssen.

Ein wesentlicher Aspekt im Projekt #collectivio ist das Themenfeld HMI im In-und Exterieur. Wollen wir überhaupt autonom fahren und wenn ja, sind im Betrieb verschiedene Fahrmodi gewünscht? Cruisen oder einfach nur schnell zu einem Termin kommen? Diese Fragen werden live diskutiert und müssen für die Entwicklung beantwortet werden – ganz im Sinne eines lebendigen Lastenheftes. Damit die Komplexität des autonomen Fahrens sichtbar wird, programmiert das EDAG Team auf dem Messestand ein Modellfahrzeug, das autonom Manöver auf einem Parcours abfahren wird und immer komplexer werdende Aufgaben bewältigen muss.

Mit dem autonomem Fahren geht einher, dass ein Fahrzeug ein Vielfaches mehr an Daten verbeiten muss als heute. Hier sind die Grenzen der Fahrzeugelektrik/-elektronik fast schon ausgereizt und es bedarf neuer technologischer Impulse. Deshalb zeigt EDAG auf der IAA, wie Ethernet im Fahrzeug dabei helfen könnte, die fahrzeuginterne Datenverarbeitung wesentlich effektiver zu gestalten.

Das Team „Business Cases“ wird vor Ort Konzepte für Service-Angebote entwickeln, die während des Fahrens sinnvoll genutzt werden können und ganz nebenbei neue Geschäftsmodellen erschließen. Eine dieser Produktideen wird das Team APPs/VR live entwickeln und am Ende des Live-Engineering-Projekts auf dem IAA Messestand vorstellen.

#COLLECTIVIO – ein Konzept, das kollektiv bewegt

Das eigentliche Ziel von #collectivio ist es, zu zeigen, dass Mobilität in Zukunft nur gemeinsam besser werden kann. Ob bei der Entwicklung oder beim eigentlichen Produkt: erst die kollektive Beteiligung schafft den Mehrwert, der allen nützt. Daher kann jeder bei #collectivio mitmachen, der sich für Mobilität begeistert. Ideen und Kommentare, die mit dem Hashtag #collectivio über Facebook oder Twitter gepostet werden, landen direkt beim EDAG Scrum-Team auf der IAA und werden dort in die Live-Entwicklung einfließen. Der kollektive Input wird auf der Social Media Wall am EDAG-Stand sichtbar – und was die Entwickler daraus machen, können Besucher und Internetzuschauer auf dem EDAG-Messestand live begutachten.

„Gerade in der Konzeptphase eines solch radikal neuen Mobilitätskonzepts dürfen Entwickler sich nicht in einen Elfenbeinturm zurückziehen. Sie müssen ihren Radarbereich so groß wie möglich halten. Daher haben wir uns bewusst für einen

Co-Creation-Prozess entschieden, der den Charakter unseres neuen Engineering-Ansatzes unterstreicht“, erläutert Jörg Ohlsen.

„#collectivio“ – das vermutlich erste Live-Engineering- Projekt in der Geschichte des Automobils!

zur Internetseite: http://www.collectivio.de/

 

(Quelle: edag.de)

Ladesäulen-Check Deutschland: Stromtankstellen kompliziert und oft teuer

Ergebnisse des ersten Ladesäulen-Checks in einer Infografik, Ladesäulenpreise, spontanes Laden nach Ladesäulenbetreiber

Für Fahrer von Elektroautos ist das Stromtanken an öffentlichen Ladesäulen kompliziert und häufig zu teuer. In der Spitze zahlen sie für eine Reichweite von 100 Kilometern inklusive einmaliger Gebühr bis zu 25 Euro. Die komplexen Tarifstrukturen sind für Verbraucher kaum zu durchschauen. Bei acht der 11 untersuchten Ladesäulen-Betreiber ist zudem kein spontanes Laden ohne vorherige Anmeldung möglich. Das sind die wichtigsten Ergebnisse des ersten großen Ladesäulen-Checks in Deutschland. Die Untersuchung, die rund 80 Prozent aller öffentlichen Ladesäulen stichprobenartig betrachtet hat, wurde durch das Recherche- und Marktforschungsunternehmen statista im Auftrag des Energie- und IT Unternehmens LichtBlick durchgeführt.

„Das Chaos an Deutschlands Ladesäulen ist gewaltig. Intransparente Stromtarife und Zugangshürden schrecken Verbraucher ab. Selbst die Experten benötigten für unsere Untersuchung mehrere Tage, um die Tarife und Preise der verschiedenen Betreiber vergleichen zu können. Mit diesem System ist die Verkehrswende zum Scheitern verurteilt“, so Gero Lücking, Geschäftsführer Energiewirtschaft von LichtBlick.

LichtBlick schlägt deshalb eine radikale Umkehr beim Ausbau der Ladeinfrastruktur vor. „Künftig muss jeder Kunde seinen Haushaltsstrom-Tarif an jeder öffentlichen Ladesäule tanken können. Das ist transparent und verbraucherfreundlich“, so Lücking. „Dazu sollten die Strom-Zapfsäulen dem Netz zugeschlagen werden, jeder Stromanbieter soll seine Tarife an jeder Ladesäule anbieten können. Nur so kann auch die regionale Monopolstellung einzelner Betreiber konsequent verhindert werden.“

Die meisten Ladesäulenbetreiber rechnen nicht nach Verbrauch ab, sondern nach Ladezeit. Umgerechnet auf den Preis pro Kilowattstunde ergeben sich oft deutlich höhere Preise als für Haushaltsstrom. So kostet die Kilowattstunde Ladestrom beim größten deutschen Ladesäulenbetreiber, innogy, der vor allem im Rhein-Ruhr-Gebiet Stromtankstellen betreibt, 66,9 Cent. Bei der EWE, deren Ladesäulen im Elbe-Weser- Ems-Gebiet stehen, kostet die Kilowattstunde 52,7 Cent, bei den Stadtwerken München 47,3 Cent und bei Allego/The New Motion in Berlin 32,2 Cent. Diese Tarife sind damit deutlich teurer als Haushaltsstrom mit durchschnittlich 29 Cent je Kilowattstunde. Besonders kostspielig ist das Laden an den Säulen von EnBW im Raum Stuttgart, denn neben einem Kilowattstundenpreis von 32,4 Cent fällt hier eine einmalige Registrierungsgebühr von 20 Euro an.

Vergleichbar mit dem Haushaltsstrompreis ist dagegen der Tarif von Stromnetz Hamburg/Hamburg Energie (29,5 Cent/kWh), günstiger ist der Tankstrom bei Mainova (18,8 Cent/kWh) oder bei Drewag-Stadtwerke Dresden (13,5 Cent/kWh).

Berechnungsgrundlage waren jeweils die Kosten pro Kilowattstunde für eine Tankfüllung für 100 Kilometer mit einem Nissan Leaf (ca. 16 kWh) an einem AC-1-Anschluss mit einer Leistung von 7,4 Kilowatt. Es wurden ausschließlich Tarife ohne Vertragsbindung berücksichtigt.

Kostenlos tanken Elektroautofahrer Strom bislang bei den Stadtwerken Leipzig, den Stadtwerken Düsseldorf und der RheinEnergie, da sich für diese Betreiber vermutlich eine Abrechnung aufgrund der wenigen Tankvorgänge bisher noch nicht lohnt.

Ein weiteres Hindernis für Elektroautos ist der Zugang zu den Ladesäulen. Ein spontanes Stromtanken ist nur bei drei von elf Ladesäulenbetreibern möglich (innogy, EWE, Mainova).

Ein Praxistest von LichtBlick in Hamburg hat zudem ergeben, dass beim Laden an öffentlichen Säulen auch noch versteckte Kosten anfallen können. Wählt der E-Autofahrer an einer Säule von Stromnetz Hamburg das Zahlen per SMS, so zahlt er hierfür zusätzlich einen Starttarif von 1,73 Euro sowie einen festen Aufschlag von 12,5 Prozent auf den Gesamtbetrag als Servicegebühr.

Mehr zum Thema sowie ein Hintergrundpapier finden Sie hier.

(Quelle: LichtBlick.de)

Zum Gardasee mit dem Elektroauto – Mit einem NISSAN Leaf* 100 % elektrisch von Heilbronn nach Bardolino am Gardasee

Fahrzeugübergabe Autohaus R. Weilbacher GmbH, Heilbronn durch Vertriebsleiter Roland Bader an Mitarbeiterin und Testteam Regina Straub (Bildquelle: Autohaus Weilbacher 12.07.2017.)

Der NISSAN Leaf ist mit einer Batterie der dritten Generation ausgestattet. Die Kapazität von 30 kWh führt auf eine Reichweite von bis zu 250 km nach dem Neuen Europäischen Fahrzyklus (NEFZ). Die praktisch verfügbare Reichweite mit der 30 kWh-Batterie ist zwischen 125 und 200 km angegeben, je nachdem welche Stromverbraucher im Fahrzeug genutzt werden (Klimaanlage, Heizung, Radio etc.) und wie schnell gefahren wird.

Eine längere Reise mit dem Elektroauto bedarf einer besonderen Planung. – einsteigen und losfahren – das geht heute noch nicht! Hierzu gibt es von unserem Vereinsmitglied Autohaus Weilbacher nützliche Tipps für ein effizientes Fahren. Die wichtigsten Aspekte bei den Reisevorbereitungen sind die auf der Strecke verfügbaren Ladestationen sowie die auch vom Höhenprofil der Strecke abhängige Reichweite. Diese Punkte müssen daher gut geplant sein. Das Testteam (Frau Regina Straub/Autohaus Weilbacher und ihr Ehemann Gerhard Pöthkow) zeigt im Blog wie eine Urlaubsfahrt von 650 km heute geht: https://nissanleaf.jimdo.com/

Landesregierung beschließt Förderung – BW soll bei Elektromobilität führend werden

Die grün-schwarze Landesregierung baut die Förderung der Elektromobilität weiter aus. Das hat das Kabinett am Dienstag beschlossen. Eine bestimmte Gruppe soll besonders gefördert werden.Bis zum Jahr 2021 soll es in Baden-Württemberg möglich sein, flächendeckend Elektrofahrzeuge nachzuladen. Dazu werden 2.000 Ladesäulen aufgebaut, sodass überall im Umkreis von zehn Kilometern eine Strom-Lademöglichkeit erreichbar ist.

Des weiteren wird die Umrüstung von Bussen und Taxis auf Elektro-, Hybrid- oder Brennstoffzellen-Antriebe unterstützt. Auch für Pflege- und Sozialdienste mit ihren bedeutenden Fahrzeugflotten hat Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) Fördermittel zur Umstellung in Aussicht gestellt. „Gemeinnützige Institutionen, insbesondere Pflege- und Sozialdienste, unterhalten bedeutende Fahrzeugflotten und sollen ebenfalls eine Förderung erhalten“, sagte er.

Zentrum für Entwicklung

Besonders für Wirtschaftsunternehmen aus dem Mittelstand, die neue Entwicklungen in Richtung Elektromobilität hervorbringen, gibt es ebenfalls Fördergelder. Insgesamt 43,5 Millionen Euro will das Land in den nächsten vier Jahren für diese Initiative ausgeben. Damit soll, so hat es der grüne Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann formuliert, Baden-Württemberg zum Zentrum für die Entwicklung von Elektromobilität in Deutschland werden.